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Der Boss als Coach?
Was uns dazu so durch den Kopf geht
Dass der Boss zum Coach geht, wird inzwischen nicht als Defizit gesehen, sondern als Stärke und deshalb ausdrücklich gewünscht. Beratung
beschleunigt Klärungs- und Umsetzungsprozesse – davon profitieren alle.
Der Boss als Coach? Doch was passiert wenn (wie inzwischen häufig als Führungsaufgabe definiert) der Chef seine Mitarbeiter
coacht? Das gerät schnell zum Spagat. Denn Coaching hat üblicherweise auch persönliche Anteile beruflicher Fragestellungen zum Inhalt, z.B. emotionale Befindlichkeiten, individuelle Stärken und Schwächen
sowie Beziehungen zu Kollegen und Vorgesetzten. Damit ist Coaching weit mehr als reine Fachberatung, nämlich ein Setting, in dem der Gecoachte seine Wertesysteme, Verhaltensmuster und Beziehungen
reflektieren und verändern kann, ohne bewertet zu werden. Eine Aufgabe des Chefs besteht – im Gegensatz dazu – gerade in der Bewertung dessen, was Mitarbeiter tun. Und während Coaching von der Gleichheit
der Beziehungen (und Rechte) von Coach und Klient ausgeht, gestaltet sich die Beziehung von Mitarbeiter und Chef – allen gegenteiligen Beschwörungen zum Trotz – immer noch hierarchisch.
Rollenklärung schafft Klarheit Coaching durch den Chef ist somit immer mit dem Risiko behaftet, dass sich Berater- und Chefrolle
vermischen, z.B. aus dem Beratungsgespräch unterschwellig Material für die nächste Mitarbeiterbeurteilung gewonnen wird. Endgültig offensichtlich wird die Schwäche des „Boss als Coach“-Konzeptes, wenn
die Beziehung zwischen Mitarbeiter und Chef zum Gegenstand des Coachings wird. Also Vorsicht! Nicht ohne Grund lassen sich Führungskräfte selten von ihren Chefs coachen! Es nützt der Zusammenarbeit,
wenn die Rollen und Aufgaben beider Seiten klar definiert sind. Für Chefs könnte das heißen: Sie dürfen Mentoren, Förderer, Unterstützer und auch (Fach)Berater für ihre Mitarbeiter sein – von deren
Coaching aber sollten sie lieber die Finger lassen!
Der Boss als Coach (pdf, 125 KB)
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